Twin Peaks S3E8: ???????

Die achte Folge Twin Peaks Season 3, oder: Fernsehgeschichte, die man nie mehr vergisst. Unser Recap zu einer unfassbaren Episode.

Hier der Link zum Guardian-Artikel, der die dritte Staffel lobt.

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4 Gedanken zu „Twin Peaks S3E8: ???????

  1. Hallo zusammen,
    am Donnerstag hatte ich es mir wirklich auch schön gemütlich gemacht mit einem Cider und hatte mich auch auf die neue Folge gefreut. Und was soll ich sagen… Meine Gefühlslage danach schwankte so zwischen verstört und fasziniert. Ich möchte auch gar nicht so viele Theorien aufstellen, weil das wirklich alles sehr spekulativ ist. Vielleicht nur ein, zwei kleine Gedanken.

    Ich denke nicht, dass wir die Frau in Glitzer mit den aufgemalten Augenbrauen vorher schon einmal gesehen haben. Die beiden Frauen, bevor Cooper zurück gekehrt ist, waren andere. Die Frau ohne Augen (Naido) sagte glaube ich nichts, die andere Frau (American Girl) sagte tatsächlich was von „Mother“. Im Übrigen ist die Schauspielerin, die das „American Girl“ spielt die gleiche, die früher Ronette Pulaski gespielt hat. Kann vielleicht nur Zufall sein.

    Ein zweiter Gedanke: das Wesen, dass da unter anderem den Ball mit Bob erbrochen (?) hat, hat auch weitere Eier (???) ausgespuckt, die so aussahen wie das Ei aus dem das Insekt geschlüpft ist. Mein ich zumindest.

    Und zu der Theorie, dass wir die Entstehung von Bob gesehen haben: Ich weiß nicht, ob ich da so glücklich mit bin. Vielleicht ist es ja gar nicht die Entstehung, sondern eine Art Wiedergeburt? Aber wie gesagt, mir ist das alles zu spekulativ. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

  2. Mein Zwischenfazit bisher Ich gehöre zu der Fraktion, welche die dritte Staffel bisher sehr gut finden. Es ist für mich fast genauso wie bei den ersten beiden Staffeln.

    Es bricht mit eingeschliffenen Sehgewohnheiten. Sei es Schnitt, Tempo, oder Fokus. Im Vergleich zu den unzähligen aktuellen Serien, die alle handwerklich sehr gut gemacht sind, ist Twin Peaks (bisher) wirkliche Kunst. HBO macht Pop, auch mal anspruchsvoller. Aber David Lynch mach Jazz.

    Andere Serien überraschen mal hier und dort ein wenig. Höhepunkt war in den letzten Jahren vielleicht noch Game Of Thrones mit dem Mut Hauptcharaktere in Reihe sterben zu lassen. Nur bei Twin Peaks kann man sich nie sicher sein, was im nächsten Moment passieren wird. Und das ohne jeden an den Haaren herbeigezogene Plot Device.

    Und dann ist es noch richtig schön komplex, voller Rätsel und vieler kleiner Lösungshinweise. Was zum Nachdenken, mit einer sehr eigenständigen Mythologie. Es gibt nichts(?) „wie Twin Peaks“.

    Ich könnte noch einen ganzen Roman darüber schreiben, aber ich mache es nun kurz: Twin Peaks ist seit sehr langer Zeit das erste Fernsehereignis, auf das ich mich wirklich schon Tage im Vorfeld freue.

  3. Noch ein inhaltlicher Hinweis zur letzten Folge:

    1. Agent Cole pfeift „Engel“ in seinem Büro.
    2. An einer Wand das Bild eines Maiskolbens(!) (Stichwort Garmonbozia…)
    3. Hinter ihm das Bild eines Atompilzes(!).

    Wie lautet die Textzeile, des Stücks, dass er pfeift? „Gott weiß ich will kein Engel sein…“. Das Motto Laura Palmer?

    Was weiß Agent Cole wirklich alles?

  4. Was ist TV? Was darf TV?
    David Lynch hat in mehreren Interviews gesagt, er mache keine Filme mehr, weil es keine Arthousekinos mehr gebe, sondern vermehrt Multiplexe, in denen Franchisefilme gezeigt werden. Arthouse findet inzwischen im TV-Sektor statt, also macht er wieder TV.
    Klingt logisch für mich.
    Ich bin alt genug, um damals die Originalserie gesehen zu haben, und sie hat mich, der Star Trek TNG für das Abgefahrenste im TV gehalten hat, völlig weggeblasen. Twin Peaks hat dann Akte X, Lost, Fringe, True Detective und zuletzt Legion beeinflusst, und ist zumindest teilweise dafür verantwortlich, dass wir im Goldenen Zeitalter der TV-Serie leben.
    Und jetzt kommt es zurück und macht genau dasselbe nochmal: Es wird unzählige TV-Macher inspirieren und die TV-Serie an sich verändern.
    Ich empfinde das als Geschenk, und bin froh, dass ich das auf meine alten Tage erleben darf.
    Die neue Serie hat mich bis jetzt begeistert, frustriert, berührt, herausgefordert, und vor allem sehr gut unterhalten. Ich gehöre nicht so sehr zu den Spekulierern, die die Serie als Westword-mäßiges Rätsel sehen, ich glaube, da springt man zu kurz.
    Was ich die Serie mir da vorsetzt, versuche ich, zu verarbeiten. Ich sehe das wie eine Reise, und ich bin gespannt, wo sie endet.
    Ein Aspekt, der mit TV-Konventionen bricht, und nur selten erwähnt wird, möchte ich betonen, (es ist nur einer von vielen bahnbrechenden Neuerungen): Das Thema Zeit, Altern, Veränderung.
    Wir sehen mehrere Schauspieler, die seit den Dreharbeiten verstorben sind, darunter in Folge 7 Warren Frost, der an Alzheimer litt, was die Serie einfach so mit-thematisiert, ebenso geschehen bei der todkranken Catherine Coulson, die die Log Lady in ihren letzten sauerstoffgestützten Atemzügen spielt.
    Harry Dean Stanton’s Charakter ist über 90 und stolz darauf, 75 Jahre lang geraucht zu haben, Lynch stellt Gordon Cole mit einem Augenzwinkern als Lustgreis dar. Der Metatext durchdringt die Serie, einfach nur, weil 25 Jahre vergangen sind. An allen Ecken und Enden merkt man, was geschieht, wenn die Zeit vergeht, nicht zuletzt am Fehlen der Soap Opera-Aspekte, das war in den 90ern, jetzt rifft die Serie auf Prime-TV wie Mad Men oder Breaking Bad. Ich bin sicher, dass die Millenials, die die Serie jetzt gut finden, sie in 25 Jahren noch besser finden werden, sie ist für die Ewigkeit gemacht.

    luv, stolllllle

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